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Thema: Weiche Golfschäfte


Hallo an alle Golffachleute,

ich flippe echt bald aus !!!!

Spiele seit gut acht Jahren Golf und habe seit drei Jahren HCP= 8,0 und
kämpe immer gegen den Fade bzw. leichten Slice beim Drive (nicht bei Eisen).

Meine Spiel bzw. Schwungart ist ehr sportlich dynamisch allerdings nur eine
Schwunggeschwindigkeit von ca. 80 bis 90 !

Nun hatte ich mir als Driver Schaft den Grafalloy Prolite-Elite vor drei Jahren
angelegt, da dieser von Grafalloy mit einem softeren Tip-Bereich und so mit
leichter zu spielen, großmundig angepriesen wurde !

Mein Driver war bis heute immer der Teitleist 975 D als Linkshänder
Mit jeweils einmal einen Proleite-Elite in Stiff und Regular.

Nun habe ich den Taylor-Made R580XD mit original MAS Schaft in Regular
ausprobiert.
Der Schaft hat einen Mid-Kickpoint und Stiff Tip-Section!

Vom ersten Schwung an, war mein Fade/Slice Problem weg und ich habe den Release endlich einmal richtig gefühlt.

Auf Anfrage bei Taylor-Made bezüglich des Schaftes sagte man mir,
dass das frühere Problem beim Prolite-Elite am weicheren Tip-Bereich liegt und
da durch die Schlagfläche beim Impact immer leicht offen sei !!!

Nach vielen Lehrbüchern aber, liegt bei einem weichen Schaft ehr eine Draw/Hook – Gefahr ! Und bei einem zu stiffen Schaft eine Slicegefahr!! Aus diesem Grund hatte ich mir ja den weicheren Tip- Bereich beim Prolite-Elite ausgesucht.

Wer von Euch Lesern hat so viel Fachwissen und kann mir deutlich erklären, ob bei weichern Schäften wirklich die Schlagfläche länger offen bleibt (hinterher läuft) !?

Auf Anfrage bei Grafalloy in den USA schrieb man mir, man habe den Schaft
Nicht mehr in der Produktion !! (es gibt ihn aber noch)
Zu genauen Antworten waren sie bei Grafalloy wohl zu blöd !?

Ihr könnt mir mailen unter mc-love@freenet.de

Mit sportlichem Gruß



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Ich finde die Frage sehr interessant und würde mich freuen wenn die Schaft-Experten hier auch für alle ersichtlich eine Antwort erstellen könnten.

Gruß
Marc




Also hier meine e-mail Antwort für alle:

Ich nehme an bei der Schwunggeschwindgkeit 80-90 ist der Driver gemeint (und nicht E5) und wahrscheinlich mph und nicht km/h.

Das ist eine ganz nor male Schwunggeschwindigkeit für welche wir R-Flex verwenden würden.

Ich glaube es liegt nicht so sehr am Flex als am Torque. Wahrscheinlich hat der neue Schaft weniger Torsion, d.h. er gibt im Treffmoment weniger nach. Er öffnet sich also weniger und ergibt daher weniger Fade bzw. Slice.


Gruß

Thomas Walk




Ich verstehe Dich so, dass Du ein Hitter bist. Da bekommst Du natürlich Probleme mit einem Soft Tip, weil der Release zu spät kommt. Das hat mit dem Flex gar nix zu tun, es würde bei jedem Flex passieren (gesetzt den Fall der Flex ist der Schlägerkopfgeschwindigkeit des Spielers angemessen).

Ulrich




Hallo LOVE,
guck mal auf diese Seite:
http://www.swingweight.com/clubfitting_basics.htm

Dort werden in mehreren Sektionen Schaftfragen behandelt.
Das, was du ansprichst (steifer Schaft unterstützt Slice und weicher Schaft unterstützt Hooks), findet sich in der Sektion "Learning Shaft Flexes". Wird dort mit dem jeweiligen Torque-Wert (Verwindungssteifigkeit des Schaftes) erklärt.
Aber lies mal selber nach. Gibt sehr viele Infos dort.
Richtige Schaftwahl ist offensichtlich ein sehr komplexes Gebiet.

Gruß,
Conrad



Hallo Love

Die Suche nach dem richtigen Schaft ist wirklich etwas schwierig. Das kann ich dir aus eigener Erfahrung sagen. Für Bekannte baue ich ab und an mal den einen oder anderen Schläger. Für einen guten Freund von mir war es ein Driver. Er gehört eher in die Kategorie Hitter, schwingt aber auch nicht konstant so schnell, dass er einen Stiff-Schaft bräuchte.

Der Loft und der Schlägerkopf standen recht früh fest. Aber dann ging die Suche nach dem Schaft los. Zuerst haben wir auch den ProLite Elite verbaut. Das Resultat werden wunderschöne Pushs und Push-Slices im schlechtesten Fall. Er macht am Ende des Schwungs auch noch mal richtig Tempo, so dass der Schlägerkopf einfach offen bleibt. Je größer der Schlägerkopf, desto stärker dieser Effekt. Wir haben uns mal den Spaß einer Videoaufnahme des Kopfes bei einem Treffer an der Spitze des Schlägerkopfes gemacht: Was hat der sich gewunden ;-). Der Schaft ist wirklich sehr weich im unteren Segment, so dass der Schläger einfach nicht zu gehen konnte.

Dann ging der Test weiter mit dem anderen Extrem: Grafalloy Blue in Regular. Das ging auch überhaupt nicht. Amüsanterweise auch hier das Bild mit dem Push, Slices allerdings ganz selten. Der Schaft spielt sich in R härter als viele Schäfte in Stiff. Soviel zu den Flexangaben der Hersteller.

Der nächste Versuch war dann ein Volltreffer: Penley Stealth 70 in Regular. Absolut genial in der Kombination mit dem großen Kopf von Maltby (450 ccm, 9,5° Loft) für diesen Spieler. Sehr gute Länge bei sehr guter Kontrolle. Und das alles zu einem wirklich vernünftigen Preis.

Eine weitere Möglichkeit wäre noch der Green NV 75 von Aldila gewesen. Obwohl der sich schon wieder ein gutes Stückchen weicher anfühlt als der Penley. Beim Stealth bin ich mir sicher, dass es die richtige Kombination für meine Bekannten ist. Aber wie geschrieben: Es war ein langer Weg bis zu dieser Erkenntnis. Und schließlich hat leider nicht jeder die Möglichkeit mal so gemütlich drei bis vier Schäfte zu testen, um zu einem befriedigenden Resultat kommen. Zu diesem Zweck gibt es in Deutschland leider nur das Fitting-Center in Herzogenaurach. Dieses ist logischerweise markenspezifisch (Taylor Made). Aber hier kann man wirklich testen, welche Auswirkungen unterschiedliche Schäfte auf die Flugbahn des eigenen Balles haben.

Gruß
Michael



Bei mir wirkt sich ein zu weicher Schaft auch gegensätzlich der Faustregel in einem Fade/Slice aus. Ich schwinge den Driver etwa mit 115 mph und bin eher ein Hitter als ein Swinger. Meine Hüftrotation fällt beim Drive sehr schnell aus so das mein Oberkörper oft hinter der Hüfte bleibt, somit sind meine schlechten Schläge Push-Slices da meine Arme zu spät kommen. Hier verschlimmert ein weicherer Schaft die Situation noch.

ThaDoc



Aufgrund der hier beschriebenen Folgen eines zu weichen Schaftes in einem Driver (inklusive eigener Erfahrungen), würde ich mich auch eher in die Kategorie "Hitter" einstufen.

Welche bereits vom Hersteller vorkonfigurierten Standart-Modelle sind denn da zu empfehlen? Ich habe leider nur wenig Möglichkeiten hier im Bevölkerungsarmen Nordwesten alle Schäfte durchzuprobieren....schnüff....

Viele Grüße
Marc





Hallo Marc

Diese Frage werden dir nur Spieler mit der selben Charakteristik wie du mit dem entsprechenden Material beantworten. Die "normalen" Schäfte der Hersteller finden sich nicht im Komponentenverkauf. Es handelt sich meist um "Extramodelle", die einer eher niedrigen Preislage der Schaftanbieter entsprechen.

Inzwischen wird das Angebot aber auch von der Stange etwas breiter. Viele Anbieter bieten "Customizing Optionen" für den Verkauf an. Aber leider wird dir ohne die Testmöglichkeit keiner wirklich sagen können, ob der gewählte Schaft wirklich zu dir passen wird.

Acushnet (Cobra und Titleist) arbeitet bei einem Teil der Schläger mit Graphit-Design zusammen. Da sind ein paar ordentliche Schäfte dabei. Den angebotenen YS-6 würde ich aber in deinem Fall eher nicht als erste Wahl ansehen. Den hatte ich schon in den Fingern und bei dem getesteten Cobra-Driver bogen einige Bälle nach gradem Start ziemlich plötzlich und unmotiviert rechts ab, obwohl sie mit meinem eigenen Driver am gleichen Tag grade flogen.

Bei Wilson und Nike werden auch nicht wirklich attraktive Schaftoptionen angeboten. Bei allen natürlich der Fujikura Speeder 757 on Top. Aber zu dem kann ich dir nur sagen, dass er einfach sauteuer ist. Getestet habe ich das gute Stück noch nicht. Aber wenn dir ca. 350 Euro Mehrkosten nur für einen Schaft einen Test wert sind, dann go ahead ;-)

Das breiteste Angebot an unterschiedlichen Schäften hat laut der Webseiten dann doch TM. Ich mag die Schläger zwar von der Optik her nicht, aber das ist definitiv Geschmackssache. In jedem Fall kannst du dir dort wirklich fast alles in deinen Schläger basteln lassen, was du möchtest. Bei den anderen Anbietern würde ich an deiner Stelle einfach mal per Email nachfragen, ob du nicht sowas wie einen Stealth o.ä. verbaut bekommen kannst und wenn ja: Welche Mehrkosten verursacht das?

Gruß
Michael



Hallo Michael,

TM-Driver spiele ich aktuell auch (R360 mit R80-Schaft und 10,5 Grad).

Ich hatte auf einem Demo-Day mal die Gelegenheit Mizuno-Driver zu testen. Die "alten" Blue-Fire und den aktuellen MP-001. Beides in 11 Grad und ebenfalls in Regular. Leider weiss ich die Schaft-Marke nicht mehr, was die Standardmäßig verbauen. Du kennst sie bestimmt. Was hälst Du denn von denen?

Gruß
Marc





Mizuno verbaut was irgendwie geartetes eigenes unter der Bezeichnung " Exsar® Sixty". Mir persönlich gefallen die Schäfte nicht. Ich finde sie zu schwammig. Aber das gilt halt wieder leider nur für meinen komischen Schwung.

Gruß
Michael



Generell würde ich Schäfte nicht von einem der großen OEMs kaufen, ob nun TaylorMade, Mizuno, Callaway oder was auch immer. Denn diese Schäfte werden von der Schaftfirma nur und ausschliesslich für den OEM gebaut und sind im Freiverkauf nicht erhältlich. Somit bekommst Du beim Hersteller selbst auch keine Infos, wenn Du mal technische Daten willst oder gar Trimming Instructions.

Du bist bei allem auf den OEM angewiesen und dessen Fokus ist nunmal nicht die individuelle Schaftberatung für besonders kritische Kunden. Dazu kommt dann, dass die Schäfte, die exklusiv für die OEMs gebaut werden, meist billig und oft Schrott sind.

Ich habe selbst bei Aldila angerufen und nach den Charakteristika eines bestimmten OEM-Schafts von einem sauteuren Driver gefragt und bekam die Auskunft: der Schaft entspricht am Ehesten unserer Value-Line (==Billig-Segment), für mehr Infos wenden Sich sich bitte an den OEM.

Ich finde Hobbygolfers Vorschlag gut, der Penley Stealth 70 könnte ein guter Mittelweg sein, der vielen Spielern passt. Dazu könnte man noch den Aldila NVX ins Spiel bringen (im Unterschied zu dem wohl auch zu soften NV). Von Fujikura (normal eine Apotheke) gibt es für kleines Geld noch den Peak Velocity nur über Golfworks zu beziehen und fast alle Schäfte von Butch Harmon sind auch tip-stiff.

Ulrich


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