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Thema: Stop ACTA


Also - ich fasse mal zusammen, was ich gelernt habe:

Für eine Werbeagentur mit 20 Mitarbeitern reicht es aus, 7mal für 90 EUR das Home & Student zu kaufen.

Es darf auf je 3 PCs installiert werden und die Einschränkungen in der kommerziellen Nutzung sind nicht gültig, da nicht auf dem Kassenbon vorhanden.

Also reicht es aus, 630 EUR zu zahlen und schon arbeiten 20 Menschen legal im Büro mit MS Office, ohne gegen irgendwelche Bestimmungen zu verstossen?

Ganz ehrlich - wir brauchen dann dringend andere Gesetze.

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Ich fasse mal zusammen:

Stefan lebt in einer idealisierten Traumwelt, in der es nur schwarz und weiß gibt.
Sobald es einen Anbieter einer Leistung gibt, müßte weltweit der Mißbrauch ähnlicher Leistungen per Definition aufhören.
Unterschiede zwischen Urheberrecht und vertraglichen Nutzungsbedingungen gibt es nicht, das ist alles irgendwie böse (tm). Allgemeine Geschäftsbedingungen sind auch dann gültig, wenn sie der einen Vertragspartei erst nachträglich mitgeteilt wurden.
Seine Meinung überdenken muß ein Bewohner der Stefanwelt nicht, denn er ist ja der gute und im Besitz der einzigen Wahrheit.
Gesetze dürfen auch ruhig in irgendwelchen Industriekreisen ausgeheckt werden und den staatlichen Gesetzgebern auch teilweise unbekannt bleiben wenn sie sie bitte pflichtschuldig abnicken, sie werden schon irgendwie richtig und gerecht angewendet werden (die Definition von richtig und gerecht darf auch ruhig eine Gruppe von Industrievertretern treffen, staatliche Institutionen sind dafür unnötig).

Schön irgendwie, daß ich nicht in Stefans Welt lebe.



@cbffm

Du bist mein Held.

Und ich habe noch was gelernt: Wenn ein Produkt "Home & Student" heisst, dann meinen die eigentlich commercial, haben aber vergessen es auf die Packung zu schreiben. Wer nun zu blöde ist, die Packung zu lesen, der darf es auch kommerziell einsetzen.

Juchu - endlich regieren die Dummen.

Ich bereue, nicht nach dem ersten "let´s agree to disagree" diesen Faden zu meiden, werde das aber ab jetzt tun.


Zuletzt bearbeitet: 17.02.12 19:01 von stefan_reloaded


Mit "let's agree to disagree" könnte ich ja leben, aber das obige lässt mich schon sehr ratlos zurück.

So merkbefreit kannst Du gar nicht sein...



Danke, normalerweise bin ich auch nicht wirklich merkbefreit, aber auf meine - ernst gemeinten - Fragen bekomme ich ja leider keine Antworten. Aber da Wochenende ist, versuche ich es nochmal.

ACHTUNG - ERNSTGEMEINT VON EINEM NICHT-JURISTEN:

Habe ich folgendes richtig verstanden (ich bleibe beim Office-Beispiel):

Wenn jemand eine Home&Student-Version kauft, die Home&Student heisst und bei der von aussen sichtbar auf der Packung steht "nicht für kommerziellen Einsatz", dann darf die Software trotzdem kommerziell genutzt werden, solange der Fachverkäufer im Media-Markt dem Kunden nicht vor dem Kauf die AGBs von Microsoft aushändigt und sie unterschreiben lässt?

Wenn ich etwas falsch verstanden habe, dann bitte ich um eine Korrektur, sollte ich es richtig verstanden haben, dann brauche ich ein Bier und fahre morgen zum MediaMarkt.

EDIT: Herleiten tue ich das u.a. aus dem Beitrag von Andreas:

Einschränkung durch irgendwelche sog. EULAs (End-User License Agreements) - die [..] von einer dritten, am Vertrag nicht beteiligten Partei stammt, schlicht nicht bindend.



Zuletzt bearbeitet: 17.02.12 20:04 von stefan_reloaded


Und direkt danach schrieb ich

Was die von Dir genannte Office Version "Home and Student" angeht - da steht auf der Produktseite (bspw. von amazon.de): "Die Nutzung für kommerzielle, gemeinnützige oder auf Gewinn ausgelegte Geschäftsaktivitäten oder durch Behörden ist untersagt."

Hier ist also beim Kauf die entsprechende Einschränkung bekannt.


Vielleicht sollte man noch hinzufügen: "...daher ist diese für den Käufer bindend"



Fein, dann habe ich also doch halbwegs richtig verstanden. Nur verstehe ich dann den Kommentar von cbffm nicht:

Allgemeine Geschäftsbedingungen sind auch dann gültig, wenn sie der einen Vertragspartei erst nachträglich mitgeteilt wurden.


Da wir ja nun übereinstimmen, dass die Einschränkung beim Kauf bereits bekannt sind.

Aber ist auch irgendwie egal.



http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/datenschutz-im-internet-jetzt-fallen-die-masken-11651988.html

Die Details der neuen „Datenschutzerklärung“ sind haarsträubend. Google genehmigt sich darin nicht nur den Zugriff auf Telefonnummern und Gerätekennungen, sondern auch auf Nummern, Datum und Uhrzeit von Anrufen und SMS sowie verfügbare Ortsinformationen. De facto startet der Wissensmonopolist eine komplette Vorratsdatenspeicherung - mit unklarer Speicherfrist. Und damit es nicht allzu bedrohlich klingt, sind in dem verharmlosend formulierten Text immer wieder Vokabeln wie „möglicherweise“ und „unter Umständen“ eingestreut. Doch die am 1. März in Kraft tretenden Bestimmungen sind ein frontaler Angriff auf die Kernideen der informationellen Selbstbestimmung von Datensparsamkeit bis Zweckbestimmung. Gespeichert wird auf Vorrat, quasi für immer und so viel, wie nur geht.





Die haben von mir ehh keine Daten und Android kommt mir gar nicht erst auf den Hof, schon Wahnsinn was da so abgeht:
http://www.ftd.de/it-medien/medien-internet/:datenschutzeinstellungen-im-safari-browser-google-trickst-apple-nutzer-aus/60170395.html



Jetzt mache ich mal ein Experiment, ich lasse morgen bei mir im Browser eine Sperre für alle Google Cookies einarbeiten, falls die Suche dann nicht mehr funktioniert gibt es immer noch:

http://metager.de funktioniert gut, habe es aber wohl aus Bequemlichkeit/Gewohnheit nie genutzt.

Mein IT Mensch hatte es auch nie geschafft die automatische Suchweiterleitung auf google zu entfernen, (wenn man eine domain ohne www eingibt, diese war irgendwann da und geht nimmer weg.)

Wenn Google meint quasi eine eigene Vorratsdatenspeicherung einzuführen und dort einem die Annahme unterjubelt, wird es Zeit Google vollständig adieu zu sagen.

Schon elegant:
In Deutschland wurde es per Gericht untersagt und google holt sich jetz quasi das OK vom Nutzer um es selber zu machen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Vorratsdatenspeicherung

Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu den Verfassungsbeschwerden wurde am 2. März 2010 verkündet. Das Verfassungsgericht erklärte die Vorschriften zur Vorratsdatenspeicherung für verfassungswidrig und die entsprechenden Vorschriften für nichtig: Das Gesetz in seiner jetzigen Fassung verstößt gegen Artikel 10 Abs. 1 des Grundgesetzes Zwar sei eine Vorratsdatenspeicherung nicht grundsätzlich mit dem Grundgesetz unvereinbar; im Hinblick auf das Telekommunikationsgeheimnis der betroffenen Bürger sei aber Voraussetzung, dass die Daten nur dezentral gespeichert und mit besonderen Maßnahmen gesichert würden; die Nutzung der Daten durch Behörden müsse auf genau spezifizierte Fälle schwerster Kriminalität und schwerer Gefahren beschränkt bleiben; diesen Anforderungen werde das angegriffene Gesetz nicht gerecht. Seit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts darf in Deutschland nicht mehr ohne Anlass auf Vorrat gespeichert werden.


http://www.vorratsdatenspeicherung.de/static/portal_de.html

Irgendwie werde ich noch zum Aktivisten, habe zwar kaum Zeit für so etwas, aber was zu viel ist ist zu viel.

Ich glaube es kommt der Tag an dem man es als Luxus betrachten wird, nicht alle Daten überall verteilt zu haben.



Ich glaube es kommt der Tag an dem man es als Luxus betrachten wird, nicht alle Daten überall verteilt zu haben.

Ja, ich fand mich auch eine gewisse Zeit rückständig, NICHT auf Facebook zu sein. Kunden haben auch schon mal seltsam gefragt, wieso ich da nicht dabei bin.

Mittlerweile ... genieße ich dieses kleine bisschen "Robinson-Feeling".



Passt das hierher?

Sven Regener zum Urheberrecht

Hier der Link zum Interview in Audio-Format:

Interview mit Sven Regener


Zuletzt bearbeitet: 22.03.12 18:17 von Bodypeace


Zu glauben, man könnte auf Plattenfirmen verzichten, und dann würde man trotzdem noch dieselbe Musiklandschaft vorfinden, wie wir sie jetzt haben, oder sagen wir mal vor zehn Jahren hatten, das ist ein großer Irrtum...


Äh, und warum, Herr Regener?

Die kleinen Labels sind alle weg.


Weil die bösen Raubkopierer ausgerechnet die Nischenmusik kopiert haben?


Zuletzt bearbeitet: 22.03.12 20:14 von Andreas_Spengler


Zum Zustand der Musikindustrie



Stefan:

ACTA will kein normal denkender Mensch – aber was die Piratenpartei bzw. deren Anhänger sich da auf die Fahnen geschrieben haben, spiegelt m. E. die Geisteshaltung einer Generation, welche bisher überwiegend als KONSUMENT von Musik, Film, Literatur und Wissenschaft aufgetreten ist wider und sie versuchen jetzt Ihre durch das Internet ausgelösten Allmachtsfantasien umzusetzen.

Produktiv oder kreativ etwas erschaffen ist etwas anderes, als ständig virtuell zu schwadronieren.
Wie ein überarbeitetes Vergütungssystem das bisherige Urheberrecht ablösen soll, dazu finde ich bisher nichts Konkretes von den Piraten. Dass wir das Urheberrecht in Zeiten des Internets überdenken und anpassen müssen ist allerdings unabdingbar.
Momentan verhalten sich viele Nutzer des Netzes genauso, wie dieses den Politikern/Managern vorwerfen.
Man bedient sich selbst. Soviel nur geht. Umsonst.

Virtuelles Geld bringt uns momentan an den Abgrund.
Bei virtuellen Waren ohne Schutzmechanismus wird es das gleiche Problem geben. Es ist nichts mehr "wert".

Ich für meinen Teil brauche keine Partei deren Volksvertreter sich ständig Ohrstöpsel einsetzen und sich hinter einem aufgeklappten AppleMacBook (sic!)verschanzen.

Allerdings sollte man den Piraten eine Chance geben und abwarten, wie und was sie in den nächsten Jahren zustande bringen.

Gruß Franky


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